Sonntag, 10. Mai 2015
Sonntag, 9. November 2014
Mittwoch, 23. April 2014
Die andere Matthäuspassion
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Opulenz in der Lutherkirche
Das opulent besetzte Bach-Kollegium Konstanz auf historischen Instrumenten in tiefer Stimmung agierte vital in den Streicherstimmen mit, ließ Soloflöten brillieren, dunkle Fagottfarben milde glänzen, Naturhörner weiche Signale setzen. Ein präzise gestaltender und bestintonierender Bach-Chor füllte die Choräle mit klanglicher Würde aus, die szenischen Einwürfe mit dramatischer Wucht, den polyphonen Schlusschor mit überstrahlendem „Christe, du Lamm Gottes“ in feierlicher Gottesdienst-Schlichtheit.Starke Eindrücke hinterließen die Vokalsolisten: Als Evangelist und zugleich Arien-Tenor Matthias Löffler mit berückend klangvoller Stimme; mit ihm in Dialogen Matthias Begemanns schlicht geführte Jesusworte und Alexander Beirers kurze Sätze. In teilweise schon opernhaften Arien gaben herrlichen Glanz der sonor-voluminöse Bass Thomas Herberich, Mechthild Bach und Alexandra Schmid mit unterschiedlichen, aber trefflich harmonierenden, jede auf ihre Art leuchtenden Sopran- und Mezzostimmen. Gesammelte Stille, dann großer Beifall für dieses in Konstanz erstmals gehörte Großwerk und seine mustergültig musizierenden Interpreten.Freitag, 11. April 2014
Besprechung Matthäuspassion Olpe vom 6.04.2014
11.04.2014 | 00:16 Uhr
Olpe. Trotz aller Säkularisierung berührt die Passionsgeschichte auch heute noch die Menschen bis tief in ihr Innerstes. So wie am vergangenen Sonntag, als Johann Sebastian Bachs „Matthäus-Passion“ in der St.- Martinus-Kirche aufgeführt wurde.
Oratorische Passion
Mit den Kammerchören von Olpe und Schmallenberg (dieser unter Einstudierung durch Ulrich Schauerte), dem Vokalkurs am St. Franziskus Gymnasium Olpe und der Camerata Instrumentale Siegen, begleitet an der Continuo-Orgel von Thomas Grütz und Dieter Moers, beeindruckte ein gewaltiger Klangkörper, bereichert durch die Solisten und unter der Gesamtleitung von Dietmar Schneider die Zuhörer im voll besetzten Gotteshaus.
Auch unter Berücksichtigung der Einführung durch Professor Paul Thissen, Leiter des Referats für Kirchenmusik in Paderborn, sei erwähnt, dass es sich hier um eine oratorische Passion handelt: Librettist Christian Friedrich Henrici, besser bekannt unter seinem Pseudonym „Picander“, fügte der biblischen Grundlage des Matthäus-Evangeliums ergänzende Textstrukturen hinzu und führte durch „Tochter Zion“ eine allegorische Figur ein; hierdurch hatte Bach die Möglichkeit, doppelchörig und dialogisch zu komponieren.
Schon der Eingangssatz zog die Menschen hinein in das dramatische Geschehen; nach der Orchestereinleitung beklagte Chor I als Tochter Zion, dabei immer wieder unterbrochen von Chor II, den fragenden Gläubigen, den Kreuzweg Jesu.
Voller Inbrunst
Eine tragende Rolle in der Partie des episch schildernden Evangelisten hatte Jörg Nitschke mit seinem warmen und dennoch kräftigen, bestens akzentuierten Tenor. Zudem überzeugte er, ebenso wie Sebastian Kleins ausdrucksvoller Bass, beim Vortrag der Arien. Thomas Herberich personifizierte den leidenden Christus mit wohltönendem Bass, dabei sozusagen als „Heiligenschein“ begleitet vom Streicherklang; nur bei dessen zutiefst ergreifendem Stoßgebet „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ schwiegen in Trauer auch die Streicher.
Voller Inbrunst und mit einem wunderschönen Alt sang sich Christina Bock sowohl solo, als auch zusammen mit dem kristallklaren Sopran von Christine Wolff, in die Herzen der Anwesenden.
Sehr bewegend
Einfach faszinierend erschien diese Kombination von Bibeltexten und Kommentaren, von solistischen Einwürfen und aufbrausendem Chor, der manches Mal als Meute seinen Hass schier herausschleuderte; sehr bewegend in Melodik und Text waren die immer wiederkehrenden und doch unterschiedlich expressiven Choräle, dabei in ihrer jeweiligen Stimmung einfühlsam vom Orchester begleitet.
Die Klage der gläubigen, von Jesu Abschied nehmenden Gemeinde - ein Rezitativ der vier Solisten im Dialog mit Chor II - ähnelte fast einem Wiegenlied; bis schließlich die Klangfülle beider Chöre („Wir setzen uns mit Tränen nieder“) das tief beeindruckende Werk beendete.
Julia Eiden
Gewaltiger Klangkörper und tief beeindruckendes Werk | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-olpe-wenden-und-drolshagen/gewaltiger-klangkoerper-und-tief-beeindruckendes-werk-aimp-id9230885.html#plx1693884025
Montag, 10. Februar 2014
Bravo-Rufe von 1100 Besuchern
Freitag, 20. Dezember 2013
Besprechung Mendelssohn Paulus Konzert vom 15.12.13 in der Landauer Stiftskirche
Mendelssohns „Paulus“ in der Stiftskirche in Landau
Es wurde bei der Uraufführungen 1836 und in den folgenden Jahren mit Beifallsstürmen bedacht und seine Berühmtheit erst im 20. Jahrhundert durch die des „Elias“ übertroffen: Mendelssohns Oratorium „Paulus“. Wer am Sonntag der Aufführung durch die Landauer Kantorei an der Stiftskirche beiwohnte und in die wunderbare Klangfülle der Mendelssohn'schen Tonwelten abtauchen durfte, sah bestätigt, dass dieses Werk zu Unrecht im Schatten des anderen großen Mendelssohn-Oratoriums steht.Auch dieses Konzert, traditionell am dritten Sonntag im Advent gegeben, erwies sich, wie alle Konzerte dieses Chors, als Publikumsmagnet: Die Stiftskirche war bis auf den letzten Platz besetzt und der lange anhaltende Beifall am Ende ließ erkennen, dass der letzte Ton noch viel zu schnell verklungen war.Es erfüllte die Zuhörer mit Freude, der Wiedergabe des „Paulus“ durch die etwa 100 Sängerinnen und Sänger umfassende Landauer Kantorei, komplettiert von einem Solistenquartett und dem Südpfälzischen Kammerorchester, unter der Leitung von Stiftskantor Stefan Viegelahn zu lauschen. Viegelahn setzte auf eine kompakte, in sich geschlossene Darbietung, frei von jeglicher Übertreibung und Überzeichnung, zu der das Geschehen, im ersten Teil die Predigt und die Steinigung des Stephanus, die Bekehrung des Paulus durch die Vision vor Damaskus, im zweiten Teil das Wirken des Apostels und seine Verfolgung, verleiten könnte.
Die Dramatik wurde durch exakt ausbalancierte Dynamik zwischen Chor, Solisten und Orchester, durch prägnant gezeichnete Linien, Präzision bei den Einsätzen und durch wohldurchdachte Agogik sorgfältig aufgebaut, behutsam gesteigert und in lupenreinem Klang und angemessenen Tempi unaufdringlich zu Höhepunkten geführt.
Diese Gediegenheit, ergänzt durch das leidenschaftliche Melos der lyrischen Betrachtungen, gab Viegelahns Interpretation eine Ausdruckskraft, die kaum zu überbieten ist. Kurz gesagt: Die Aufführung war großartig und setzt Maßstäbe!
Die biblische Erzählung ist auf die Solisten, auf Sopran, Alt und Tenor, verteilt. Paulus und zwei falsche Zeugen erscheinen als Bass, Stephanus, Ananias und Barnabas als Tenor. Der Chor hat dramatische und betrachtende Funktion. Die Ouverture, die mit dem Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ beginnt, in eine Fuge mündet und in einer Schlussfanfare endet, entfaltete das Südpfälzische Kammerorchester prachtvoll.
In dem bewegten Eingangschor „Herr! Du bist Gott, der Himmel und Erde und das Meer gemacht hat“ bestachen von Anfang an die Harmonie und Reinheit, im Schlusschor die Klanggewalt der Fuge „Lobe den Herrn, meine Seele“. Die dramatischen Chorsätze wurden, dem Text nachspürend, gediegen-lebendig dargeboten oder innig-expressiv. Die Choräle mit ihrer zu Herzen gehenden Melodik und ihrer einzigartigen Klanglichkeit waren von fast übersinnlicher Kraft.
Großen Anteil am Erfolg dieser Aufführung hatten auch die Solisten. Cornelia Winter beeindruckte nicht nur mit ihrem klangvollen, brillant leuchtenden Sopran (wenn auch anfangs nicht immer ohne Schärfen bei den Spitzentönen), sondern auch durch ihre sensible Gestaltung. Sandra Stahlhebers warm timbrierter Alt strömte in wunderbarer Fülle dahin. Für einen betörenden Genuss sorgte Andreas Wagner mit seinem makellos geführten, in allen Lagen strahlenden Tenor. Die Kavatine „Sei getreu bis in den Tod“, eines der schönsten Stücke des Oratoriums, wurde in seiner Wiedergabe zu einem Juwel von unvergleichlichem emotionalen Tiefgang. Klangfarben von großer Schönheit. Thomas Herberich hauchte mit markantem Bass seinen Protagonisten Leben ein.
Mit dem Chor und den Solisten verband sich das Südpfälzische Kammerorchester in bewundernswerter Harmonie. Es erzeugte Klangfarben von überwältigender Schönheit und machte so manche Arie zum musikalischen Edelstein. (wgm)
Dienstag, 10. September 2013
Mittwoch, 11. Januar 2012
Balsam für die Seelen aller Trauernden
Großes gemeinsames Konzert der Kantoreien des evangelischen Kirchenbezirks Südliche Kurpfalz in der Stadtkirche in Walldorf
Walldorf. (cds) Für ihr großes Konzert am
Volkstrauertag hatten die Kantoren des
evangelischen Kirchenchores Hockenheim,
des Schwetzinger Vokalensembles
und der Kantorei an der Stadtkirche
Wiesloch die evangelische Kirche in
Walldorf gewählt, die ihr 150-jähriges
Bestehen feiert. Schon eine Stunde vor
Beginn strömten die Konzertbesucher in
das schöne, frisch renovierte neugotische
Gotteshaus. Bald waren die Bankreihen
restlos gefüllt und die zusätzlich aufgestellten
Stühle besetzt, sodass nur noch
Stehplätze angeboten werden konnten.
Über den Besucherandrang freute sich
Dekanin Annemarie Steinebrunner, die
das Projekt initiierte und tatkräftig unterstützte
– auch mit ihrer Stimme. Monatelang
hatten sich die über 150 Sänger
mit den Kantoren Christian Schaefer
(Wiesloch), Christian Bühler (Hockenheim)
und Detlev Helmer (Schwetzingen)
auf diesen Abend vorbereitet. So
entstand aus drei Chören ein homogener
Klangkörper, komplettiert durch das 40-
köpfigen Heidelberger Kantatenorchester.
Eine solche Klangfülle erfordern
nämlich das monumentale „Deutsche
Requiem“ von Johannes Brahms und
Psalm 42 „Wie der Hirsch schreit“ von
Felix Mendelssohn Bartholdy.
Wenn die Tage kürzer und kälter werden,
fühlen sich die Menschen an ihre
Endlichkeit erinnert und gedenken der
Verstorbenen. Trost bieten diese großen
Werke: „Psalm 42“ und das „Deutsche
Requiem“ sind als Musik für die Lebenden
zu verstehen. Balsam für die Seelen
aller Trauernden durften die Zuhörer in
der Stadtkirche erleben.
Mendelssohns Psalmvertonung erfreute
sich schon zu seinen Lebzeiten großer
Beliebtheit. Geheimnisvoll, wie aus
dichten Nebeln, setzte das gut disponierte
Orchester ein. Der erste Choreinsatz
gehörte dem Alt, der mit „Wie der
Hirsch schreit nach frischem Wasser“
lieblich das Thema vorstellte, das die übrigen
Stimmen nach und nach aufnahmen
und kontrapunktisch verarbeiteten.
Eindrucksvoll ließen die Sänger der
Schwetzinger und Wieslocher Kantoreien
unter der Leitung von Christian
Schaefer das Werk erklingen. Im Gegensatz
zu den harten Worten des Psalms
verbreitete der weichtönende Eingangschor
Frieden und Trost. Mit großer Präsenz
glänzte der Chor.
Die anschließende Arie „Meine Seele
dürstet nach Gott“, ergreifend gesungen
von Sopranistin Josefa Kreimes, führte
einen innigen Dialog mit der meisterlich
spielenden Solo-Oboe. Wunderschön gelang
das Zwiegespräch zwischen Sopranistin
und dreistimmigem Frauenchor.
Josefa Kreimes, die von der Kanzel aus
sang, beeindruckte mit ihrem warmen
Sopran. Stimmgewaltig setzten die Tenöre
und Bässe im vierten Satz ein. Unter
die Haut ging das wunderschöne
Quintett „Der Herr hat des Tages verheißen
seine Güte“ der Männerstimmen
zusammen mit dem Solosopran. Zutiefst
beeindruckte die machtvolle Schlussfuge
„Preis sei dem Herrn“.
Brahms beschäftigte sich mehr als ein
Jahrzehnt mit seinem „Requiem“. Der
Tod seines Freundes Robert Schumann
und der seiner Mutter hatten ihn erschüttert
und veranlasst, sich mit Tod und
Ewigkeit auseinanderzusetzen. Und vermutlich
wollte er seinem Rivalen Wagner
ein ebenbürtiges Werk präsentieren
– und ihm gelang damit der Durchbruch.
Er ging neue Wege und wählte tröstende
Texte aus der Lutherbibel, damals revolutionär,
zumal Christus als Erlöser
nicht vorkommt. Text und Musik berühren
die Menschen bis heute zutiefst.
Clara Schumann sagte, das „gewaltige
Stück“ wirke „erschütternd und besänftigend“:
Zwischen diesen Polen pendeln
die sieben Sätze des Requiems.
In tiefen Klangregistern, mit erdiger
Färbung, setzte das Orchester unter
Christian Bühler ein. Zart ließen die Chöre,
um die Sänger aus Hockenheim erweitert,
das „Selig sind, die da Leid tragen“
erklingen. Der Chor überzeugte als
ausdrucksstarker Klangkörper. Gleich
einem Trauermarsch erklang der zweite
SatzundjagtedenZuhörernSchauerüber
den Rücken, zumal ihn aufwühlende Orchesterklänge
und düstere Paukenschläge
begleiteten. Im gleichen Satz
wurde der Vergänglichkeit mit dem „So
seid nun geduldig, Ihr lieben Brüder“ die
Ewigkeitshoffnung entgegengesetzt.
Hervorragend gelang der Dialog zwischen
Bariton Thomas Herberich und
Chor im „Herr lehre doch mich“. Herberich,
der auch von der Kanzel sang,
überzeugte mit weichem Schmelz, aber
auch mit kraftvollem Zupacken. Detlev
Helmer dirigierte die letzten drei Sätze.
Traumhaft gestaltete Sopranistin Josefa
Kreimes die zu Herzen gehende Arie „Ihr
habt nun Traurigkeit“.
Im sechsten Satz erschollen machtvoll
die „letzten Posaunen“, brauste das
Orchester und jagten sich apokalyptische
Bilder von Tod und Hölle. Chor, Solist
und Orchester verschmolzen in einem
erschütternden Aufschrei. Dieses
furchterregende Toben in c-moll mündete
im feierlichen Hymnus „Herr, du bist
würdig zu nehmen Preis und Ehre“ in
strahlendem C-Dur. Die Freuden der
Ewigkeit ließ der zarte Schlusschor „Selig
sind die Toten“ erahnen.
Nach einem kurzen Moment atemloser
Stille brandete nicht enden wollender
Beifall auf. Die begeisterten Zuhörer
erhoben sich von ihren Plätzen und zollten
den Mitwirkenden ihre Anerkennung
für diese großartige Leistung.
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Presse zur Uraufführung "Kaltes Herz"
„Kaltes Herz“ rührt an
05.10.2011 - WORMS
Von Angela Zimmermann
KINDERTHEATER Uraufführung begeistert
Der Köhlerjunge Peter Munk (Thomas Jakobs) ist traurig. Wie gerne wäre er ein reicher Mann, stattdessen muss er Tag ein, Tag aus Holz zu Holzkohle verarbeiten. Peter Munk ist die Hauptfigur des neuen Musiktheaterstücks „Das kalte Herz“ der Musik-Bühne Mannheim, das im Wormser Theater nun uraufgeführt wurde.
Grundlage des musikalischen Märchens, geschrieben von Eberhard Streul, ist das gleichnamige Märchen von Wilhelm Hauff. Im „Wormser“ begeisterte Streuls Inszenierung Jung und Alt gleichermaßen. Klug, spannend und romantisch bringt Streul das Märchen auf die Bühne. Frank Steuerwalds Kompostionen verzaubern die Zuschauer und rühren die Herzen an. Im Zentrum der Handlung steht der arme Thor Peter, der unsterblich in Lisbeth (Anne-Kathrin Herzog) verliebt ist. Doch die tanzt lieber mit dem „Tanzprinz“ (Anne-Kathrin Herzog), der jedes Parkett zum Glühen bringt. Da kommt Peter eine Idee. Da er ein „Sonntagskind“ ist, möchte er das „Glasmännchen“ (Christina Prieur) herbeirufen, denn einer Legende nach erfüllt das Glasmännchen Sonntagskindern drei Wünsche. Gesagt, getan, Peter versucht sein Glück und begibt sich in den dunklen Tannenwald, wo das Männchen leben soll.
Waberndes, grünes Licht verbreitet eine mystische Atmosphäre. Ein paar kleine Eichhörnchen kommen Peter zu Hilfe. Kleine Rollen für Kinder gehören zum Konzept des Musiktheaters. Die Nachwuchsdarsteller gehören nicht zum Ensemble, sondern werden an den einzelnen Spielorten von den Veranstaltern akquiriert. „Manchmal holen wir sie auch spontan aus dem Publikum“, erzählt Streul.
Glasmännchen gewährt zwei Wünsche
Bevor es Munk gelingt, das Glasmännchen hervorzulocken, erscheint der „Holländer Michel“ (Thomas Herberich). Mit seiner vollen, dunklen Singstimme versetzt Herberich so manchem Kind zunächst einen kleinen Schrecken, doch der Effekt ist genau der richtige für die Rolle des Holländers, ein zwielichtiger, hinterhältiger Zeitgenosse. Er verspricht Peter große Reichtümer. Dieser wiederum verscheucht den Bösewicht und schafft es endlich, das Glasmännchen anzulocken. Zwei Wünsche werden Peter gewährt, den dritten enthält ihm das Glasmännchen zunächst vor. Peter wünscht sich, dass er tanzen kann wie der Tanzprinz und so viel Geld besitzt wie der reiche Ezechiel (Volker Gütermann). Tatsächlich gehen beide Wünsche in Erfüllung, doch als Ezechiel kein Geld mehr hat, ist Peter ebenfalls wieder mittellos. Verzweifelt lässt er sich doch auf einen Pakt mit dem Holländer ein, doch der vermeintliche Reichtum, den er Peter versprochen hat, hat seinen Preis. Nicht seine Seele, aber sein Herz möchte er dafür haben. Dieses pulsiert rot, als es der Holländer aus der Brust raubt.
Von nun an hat Peter einen Stein anstelle seines Herzens. Er wird reicher und reicher und heiratet Lisbeth, doch sie muss schnell feststellen, dass Peter nicht mehr der „alte“ ist. Nur das Glasmännchen kann die beiden noch retten.
Wieder einmal ist es Streul und Steuerwald gelungen, mit einer Inszenierung die kleinen, aber auch die großen Zuschauer zu fesseln. Rauschender, minutenlanger Beifall am Ende der Uraufführung gibt den beiden Recht, belohnt aber auch die Darsteller für ihre tollen Leistungen.
Dass das Stück ausgerechnet in Worms Premiere feierte, ist kein Zufall: „Die Endprobenbedingungen, die wir hier vorgefunden haben, hätten wir in Mannheim nicht gehabt“, erklärt Streul und lobt vor allem die gute Zusammenarbeit mit der Kultur- und Veranstaltungs GmbH. Nach der Uraufführung in Worms wird die Musik-Bühne mit dem Stück etwa 100 Mal im deutschsprachigen Raum gastieren.
